Jahresrückblick 2020 und Ziele 2021

Das Corona-Jahr 2020 ist vorbei – Zeit für den Jahresrückblick 2020. Wie ist mein Jahr mit und trotz der Pandemie gelaufen? Was hatte ich mir vorgenommen hatte, was habe ich davon erreicht? und welche Pläne und Ziele schmiede ich gerade für 2021?

 

Jahresrückblick 2020:

Zunächst einmal schaue ich dankbar zurück. Ich bin ein sehr positiver, optimistischer Mensch. Mein Glas ist immer halb voll, nicht halb leer – es hätte alles auch viel schlimmer können. Denn ich hatte Glück:

  • ich bin gesund
  • meine Familie und Freunde sind von der Krankheit verschont geblieben
  • mein Brotjob ist sicher und das wird auch trotz Coronakrise in 2021 so bleiben
  • ich durfte meine vollen 30 Stunden pro Woche arbeiten, in Zeiten, wo viele unter Kurzarbeit leiden
  • bei meinem Arbeitgeber ist Home Office problemlos möglich und ich spare jetzt jeden Tag 2 Stunden Pendelzeit

 

Die negativen Seiten meines Autorenlebens 2020:

Gleichzeitig hat die Corona-Krise mein Leben als Autorin jedoch auch negativ beeinflusst.

eine junge Musenfrau mit goldenen Augen ist umgeben von violettem NebelMeine Neuerscheinung „Inspired – Magie der Muse“ musste vom 3. Juni auf den 30. November 2020 verschoben werden. Das bedeutet auch, dass potentielle Buchkäufe sich verschoben haben, möglicherweise sogar in Vergessenheit geraten oder durch andere Gründe weggefallen sind. Als Autorin bekomme ich einen Vorschuss – normalerweise die Hälfte bei Vertragsunterschrift und die andere bei Erscheinen des Buches. Geld, mit dem viele Autoren fest rechnen und das jetzt ein halbes Jahr später auf dem Konto war. Ich habe Glück, ich bin keine Vollzeit-Autorin, für mich ließ sich die Wartezeit dank meines Brotjobs verschmerzen. Auch wenn ich die Folgen – nämlich die Verschiebung der bereits unter Vertrag stehenden folgenden Bücher – noch länger spüren werde.

Buchhandlungen waren und sind während der Lockdowns geschlossen. In einer Branche, die von der Laufkundschaft und von spontanen Entdeckungen beim Stöbern lebt, ist die zeitweilige Schließung des stationären Buchhandels bitter. Ich kenne bislang keine Zahlen, wie viele Bücher 2020 weniger über den Ladentisch gingen, aber dass es Auswirkungen hatte, ist logisch.

Dass im Dezember, nur zwei Wochen nach dem (neuen) Erscheinungstermin meines neuen Urban Fantasy-Romans, die Buchhandlungen erneut geschlossen werden mussten und das dazu noch mitten im Weihnachtsgeschäft – die Auswirkungen werde ich vermutlich auf der nächsten Abrechnung des Verlags sehen, denn gerade die ersten Wochen sind entscheidend über den Erfolg eines Romans. Da kann ich noch so viel Marketing machen, wenn der Leser nicht ans (physische) Buch gelangt, wird es schwer, denn …

Amazon ignoriert seine Wurzeln und hat im Frühjahr einfach eine Zeitlang keine Neuerscheinungen bei den Verlagen (vor)bestellt. Das war letztes Jahr besonders bitter, denn nachdem zu Beginn der Coronakrise im ersten Lockdown bereits die Buchhandlungen schließen mussten, setzten Autoren und Verlage ihre Hoffnungen auf den Online-Buchhandel. Und wenn mit Amazon der wichtigste Online-Buchhändler einfach mal keine Bücher kauft, dann brechen gleich zwei wichtige Standbeine des Buchhandels überraschend weg. Genau dies war auch der Grund für die Verschiebungen vieler Verlags-Neuerscheinungen aus dem Frühjahr/Sommer in den Herbst/Winter.

Die Leipziger und die Frankfurter Buchmesse 2020 fanden nicht statt. Zugegeben, es gab Online-Ersatzveranstaltungen, aber keine großen Publikumsmagnete und wenn man weiß, dass die beiden großen Buchmessen die Buchverkäufe besonders ankurbeln und den Autoren und ihren Büchern eine Bühne und Sichtbarkeit in der Presse und in Social Media bieten, dann ist das hart – allen großartigen spontanen Aktionen wie #bücherhamstern zum Trotz. Etwas fehlt dennoch.

Es fanden keine / kaum Lesungen in 2020 statt. Keine Lesungen, keine Aufmerksamkeit, keine Buchverkäufe und keine Einnahmen = eine einfache Rechnung. Und dabei hatte ich letztes Jahr noch Glück im Unglück, denn für den Beginn der Krise, als Großveranstaltungen wie Messen bereits abgesagt waren, aber noch kaum jemand eine Vorstellung von den Ausmaßen der Gefahr durch die Pandemie hatte, hatte meine Lesungsagentin Charlotte Zeiler mir eine Lesung in einer Leipziger Schule vermittelt. Die Leipziger Buchmesse wurde abgesagt, die Lesung – außerhalb des Messeprogramms – fand jedoch statt und ich durfte aus meinem Roman „Die Magie der Namen“ lesen.

Für meine Neuerscheinung 2020 „Inspired – Magie der Muse“ sind jedoch bis heute keine Veranstaltungen geplant – die Lage lässt Präsenzveranstaltungen leider nicht zu. Vielleicht werde ich irgendwann noch eine Online-Veranstaltung machen, netter ist es jedoch immer, wenn man seine Zuhörer auch sehen kann. Ich gehöre zu den Autoren, die beim Lesen das Publikum brauchen. Aber positiv denken: Irgendwann wird es auch wieder Lesungen geben, ich glaube fest daran.

Ich hatte weniger Zeit zum Schreiben, Plotten und Überarbeiten. Und das ist für mich 2020 wirklich am schlimmsten gewesen, denn ich bin Herzblut-Autorin. Ich brauche das Erfinden neuer Welten, das Entwickeln neuer Ideen und Storys, das Mitfiebern mit meinen Figuren, das Abschalten beim Eintauchen in eine neue Welt.

Doch die Kehrseite meines krisensicheren Jobs im Online-Marketing eines Weiterbildungsanbieters war, dass wir uns ständig an neue Begebenheiten anpassen mussten. Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich letztes Jahr Nachrichten- und Sondersendungen geschaut, Fachartikel zum Marketing in Krisenzeiten gelesen und Lifestyle-Magazine geschaut habe, um stets auf dem Laufenden zu sein, wie die Menschen in der Krise denken, fühlen und handeln. Doch die dauerhafte Ausnahmesituation deprimiert mit der Weile und sie raubt die Energie für kreative Tätigkeiten und neue Ideen. Ich war müde und ausgebrannt. Als im Frühjahr dann auch noch meine Katze starb, war mein Tiefpunkt erreicht.

Die Folge: Ich habe monatelang leider gar nicht geschrieben oder neue Projekte entwickelt. Für meinen Jahresrückblick 2020 ist festzuhalten, dass ich meine Ziele (mindestens 2 Bücher und 250.000 Wörter schreiben, 2 Bücher veröffentlichen, 2 Messen besuchen und mehr als eine Lesung halten), so nicht erreichen konnte.

 

Es geht wieder aufwärts:

Buchcover mit Schloss im Wald zu "Emanio - Der Schöne und das Biest"Wie heißt es so schön? Nach den schlechten Zeiten kommen auch wieder gute. 🙂

Bei mir war es zu Beginn des Sommers, als ich die Nachricht erhielt, dass mein Märchenfantasy-Projekt dem Piper Verlag gefiel und sie es unter Vertrag nehmen wollten. Juhu!

Gut, zu dem Zeitpunkt war das Buch jedoch leider noch nicht fertig. Da der Verlag und ich vereinbart hatten, dass ich das fertige Manuskript in der Rohfassung (sprich überarbeitet, aber noch unlektoriert) bis zum 31. August 2020 abgeben sollte, musste ich einen Schlag reinhauen. Denn mir fehlten noch ca. 80.000 Wörter und ich hatte nur etwa 2 Monate Zeit.

Aber das reichte und ich konnte das Manuskript fristgerecht abgeben. Aktuell befindet sich das Lektorat zu „Emanio – Der Schöne und das Biest“, wie das Buch final heißt, in den letzten Zügen des Lektorats und der Roman soll am 1. März 2021 bereits erscheinen. Und damit endete mein Jahresrückblick 2020 für mich mit einer versöhnlichen Note.

 

Mein Autorenjahr 2020 in Zahlen:

Insgesamt sehen meine Zahlen jedoch nicht ganz so rosig aus.

2020 habe ich:

  • 1 Buch veröffentlicht, nämlich „Inspired – Magie der Muse“
  • 1 Schreibprojekt beendet („Emanio – Der Schöne und das Biest“)
  • an 2 Lektoraten gearbeitet („Inspired – Magie der Muse“ sowie „Emanio – Der Schöne und das Biest“)
  • 5 neue Buchideen gehabt (klingt erst einmal gut, allerdings konnte ich keinen Plot fertigplanen und kein Exposé schreiben)
  • insgesamt knapp 112.000 Wörter geschrieben (das sind ca. 80.000-120.000 Wörter weniger als sonst in einem Jahr, sprich ein bis anderthalb Bücher weniger)

Demzufolge bin ich mit meinem Schreibjahr bzw. Autorenjahr 2020 auch nicht wirklich zufrieden, auch wenn Corona-bedingt einfach nicht mehr drin war. 2021 soll daher besser werden.

 

Ziele 2021:

Es mag auf den ersten Blick vielleicht viel klingen, was ich mir vorgenommen habe, aber für mich ist der gute Vorsatz in erster Linie: mir mehr Zeit für die Arbeit an meinen Projekten und die Verwirklichung meiner Träume zu nehmen.

Mir spuken schon seit Längerem die Ideen zu zwei phantastischen Kinderbuch-Reihen im Kopf herum und eigentlich wollte ich 2018 schon mit dem Schreiben der ersten Reihe beginnen, doch da wurde ich schwer krank und mein Autorenjahr 2018 lief ganz anders als ursprünglich geplant. Auch 2019 hatte ich noch mit den gesundheitlichen Folgen zu knabbern, sodass sich meine Prioritäten geändert hatten. Zunächst einmal musste ich wieder gesund werden und meinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommen.

Aber 2020 sollte es endlich losgehen … und dann kam Corona. Welche Auswirkungen die Pandemie auf meine Schreibprojekte hatte, habe ich ja oben schon erzählt. Daher setze ich jetzt meine Hoffnungen auf 2021 und möchte dieses Jahr meinen Fokus auf mein Herzensprojekt legen und die erste der beiden Reihen (zwei Bände) beenden. Sobald das Lektorat zu „Emanio – Der Schöne und das Biest“ beendet ist, soll es losgehen. Ich freue mich schon darauf.

Außerdem möchte ich die Geschichte um Mexxie, mein kleines Müllmonster, wie ich ihn liebevoll nennen, endlich angehen. Die Idee war ursprünglich eine Kurzgeschichte, die ich 2019 geschrieben habe. Diese kam mit ihren Figuren und der Idee bei meinen Testlesern jedoch so gut an, dass rasch Forderungen nach einer Geschichte in Romanlänge laut wurden. Und ganz ehrlich: Ich und Kurzgeschichten? Das passt eh nicht ganz zusammen, mir fallen eher Ideen für ganze Reihen statt für Kurzgeschichten ein. Man musste mich also nicht lange überreden. 😉

Und ich möchte mutiger werden in dem, was ich schreibe. Mit meinem Märchenfantasy-Projekt „Emanio – Der Schöne und das Biest“ habe ich bereits ein neues Genre für mich entdeckt und mit „Inspired – Magie der Muse“ erstmals einen Abstecher in die romantische Urban Fantasy gewagt. Doch nun möchte ich noch einen Schritt weitergehen.

Schon seit einer Weile hege ich den Wunsch, mal einen Krimi zu schreiben. Möglicherweise führt mich mein Weg aber auch in die anspruchsvollere Belletristik – dann vermutlich aber unter einem Pseudonym -, denn meine Muse hat nicht nur die Idee für einen Bildungsroman, sondern auch für ein zweites Roman-Projekt ganz ohne Magie und phantastische Wesen ausgebrütet. Welches davon voraussichtlich Ende des Jahres mein 4. Schreibprojekt 2021 wird, weiß ich jedoch noch nicht. Vielleicht buhlt auch eine ganz andere Idee, von der ich jetzt noch nichts weiß, nach den beiden Kinderbüchern und Mexxie um meine Aufmerksamkeit. Ich lasse mich überraschen.

Außerdem möchte ich professioneller werden: Das heißt, mehr Schreibratgeber lesen, Schreibkurse besuchen und eine Literaturagentur finden. Besonders wenn mich meine Projekte in neue Gefilde (Kinderbücher, anspruchsvolle Romane) führen, brauche ich professionelle Unterstützung, sowohl bei der Ausarbeitung / Weiterentwicklung der Idee als auch bei der Verlagssuche.

Aber auch neue Autorenfotos machen und meiner Autoren-Website endlich einen frischen Look und neue Funktionen verleihen – etwas was ich ebenfalls schon seit 2019 vorhabe -, steht dieses Jahr auf meiner To-Do-Liste. Mal schauen, was ich davon alles schaffe.

 

Ziele 2021 in Zahlen:

Meine Ziele für 2021

Ich möchte dieses Jahr:

  • an mindestens 250 Tagen an meinen Projekten arbeiten (schreiben, plotten oder überarbeiten)
  • mindestens 250.000 Wörter schreiben (das wären durchschnittlich 1.000 Wörter pro Tag, was gut machbar ist)
  • mindestens 3 Romane schreiben (die beiden Kinderbücher und Mexxie)
  • 1 Kurzgeschichte für eine Anthologie schreiben
  • 2 Lektorate beenden (das zu „Emanio – Der Schöne und das Biest“ ist bereits fast fertig, das nächste Lektorat erwartet mich im Frühjahr)
  • 2 neue Bücher veröffentlichen
  • 1 Agentur finden

Und nicht zu vergessen: die Print-Version und Neuauflage meines SP-Debüts „Königreich zu verschenken“ endlich fertig bekommen. Es wird auch verdammt noch mal Zeit!

 

Was sind eure Ziele für 2021? Und welches meiner Projekte reizt euch am meisten?

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