Über mich

Porträtfoto von Nicole Gozdek, aufgestütztes Kinn und Buch in der anderen Hand

(c) Melihat Kaplan, Stöhr Fotografie

Hallo! Mein Name ist Nicole Gozdek, ich wurde 1978 in Buxtehude geboren und ich bin Autorin.

Wir haben den Mai 2017 und ich dachte, es wird Zeit, mal meine „Über mich“-Seite upzudaten, immerhin ist in den letzten anderthalb Jahren viel passiert.

  • Es ist jetzt etwa zweieinhalb Jahre her, dass ich meinen ersten Roman „Königreich zu verschenken“ im Self Publishing herausgebracht habe.
  • Es ist über zwei Jahre her, dass ich mit meinem Fantasyroman „Die Magie der Namen“ den ersten #erzaehlesuns Wettbewerb des Piper Verlags gewonnen habe.
  • Bereits über ein Jahr liegt die Veröffentlichung von „Die Magie der Namen“ bei ivi (Piper Verlag) und Osterwold (Hörbuch Hamburg) zurück. Am 2. Juni 2017 erscheint bereits die Taschenbuch-Ausgabe.
  • Vor einem halben Jahr habe ich meinen ersten Leserpreis, die Ulmer Unke in der Kategorie „13+“, für „Die Magie der Namen“ gewonnen.

Manchmal muss ich mich noch ein bisschen kneifen, wenn ich mir vorstelle, wie vor drei Jahren alles angefangen hat. Nämlich mit meinem Entschluss, endlich mal etwas aus meinen Geschichten zu machen und ins Licht der Öffentlichkeit zu treten. Was anschließend passiert ist, die Resonanz der Leser, die Gewinne und Nominierungen auf Short- und Longlists bei verschiedenen Preisen, etc. hätte ich nie erwartet.

Es hat lange gedauert, bis ich mich als Autorin gesehen habe, was wohl viel mit Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zu tun hat. Heutzutage bist du erst ein Autor, wenn andere Menschen deine Geschichte öffentlich lesen und kaufen können. Dann ändert sich, wie die Leute über dich denken. Wie ich über mich denke, hat sich durch die Veröffentlichung und den Gewinn des Piper Awards hingegen gar nicht geändert. Schließlich schreibe ich immer noch, genau wie all die Jahre vorher.

Doch wie wurde ich eigentlich Autorin? Auf diese und weitere Fragen gebe ich im Folgenden Antwort.

 

Wann hast du angefangen zu schreiben und wie kam es dazu?

Ich habe schon immer gerne geschrieben. Aufsätze für den Deutschunterricht schreiben zu müssen, fand ich toll. Hinzu kommt, dass ich eine absolute Leseratte bin. Das hat in der ersten oder zweiten Klasse angefangen – Mickey Mouse, Donald Duck und Co. begeisterten mich genauso wie die Abenteuer-Geschichten von Karl May – und nie aufgehört. Wenn mal eine Woche vergeht, ohne dass ich Zeit zum Lesen finde, werde ich extrem gereizt. Über die Jahre habe ich mir dabei ein hohes Lesetempo antrainiert, sodass ich inzwischen hundert Seiten pro Stunde auf Deutsch locker schaffe, in Französisch oder Englisch etwas weniger. Dass damit das Taschengeld nicht ausreichte, um meinen Lesebedarf zu stillen, und auch die Bibliotheken bald nicht mehr viel Neues hatten, das mich interessierte, ist logisch.

Autoren-Banner mit Buch, Tintenfass, Feder und FotoDoch der Entschluss, ich werde Autorin und schreibe jetzt meine eigenen Geschichten, kam erst, als wir in der 11. Klasse gefragt wurden, was wir denn später beruflich werden wollen, und einen Ausflug zum Berufsinformationszentrum machten. Die vorgeschlagenen Berufe waren furchtbar! Für mich war klar, ich werde Autorin!

Ich habe kurz darauf einfach angefangen zu schreiben. Zweihundert Din A4-Seiten in kleiner Schrift und mit einfachem Zeilenabstand kamen in einem Jahr zusammen und noch einmal so viel im nächsten Jahr. Zum Glück war ich gut in der Schule und musste mich nicht besonders anstrengen, denn fürs Abitur habe ich in der 12. und 13. Klasse nicht so viel gelernt, wie es eigentlich nötig gewesen wäre.

Die beiden Manuskripte von damals habe ich noch, doch lesen darf sie heute niemand mehr. Dafür sind sie einfach zu schlecht. Aber ich habe viel durch meine einstigen Fehler gelernt und wie alles andere ist auch Schreiben ein Lernprozess, der Übung erfordert.

 

Seit deinen ersten Schreibversuchen bis zur Veröffentlichung von „Königreich zu verschenken“ sind fast zwanzig Jahre vergangen: Hast du in dieser Zeit nie ans Veröffentlichen gedacht?

Doch, das habe ich. Nach dem Abitur habe ich angefangen, Deutsche und Französische Literatur (oder Germanistik und Romanistik, wie es so schön heißt) zu studieren – schließlich kann man auch als Autorin eine gescheite Ausbildung gut gebrauchen -, und habe mein erstes Manuskript an eine Hand voll Verlage geschickt und auf die gute Nachricht gehofft, dass die Verlage nur darauf gewartet hatten, mein Manuskript zu veröffentlichen. Die Nachricht kam natürlich nicht. Stattdessen bekam ich nach einiger Zeit die ersten Standardabsagen oder hörte gar nichts mehr.

Als ich dann während des Praktikums in einem Kleinverlag die Anzeige las: „Verlag sucht Autoren“, war ich begeistert und schickte mein Manuskript dort ein. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nie etwas von einem Druckkostenzuschussverlag gehört und war dementsprechend desillusioniert und empört, als ich dann die überschwängliche Zusage erhielt, man würde mein Buch liebend gerne veröffentlichen – wenn ich denn das Doppelte des Verkaufspreises pro gedrucktem Buch bezahlen würde. Ähm, ja, ist klar.

Damit war der Traumberuf Autorin für mich aufs Erste auf Eis gelegt und ich beschloss, stattdessen Lektorin zu werden. Schließlich könnte ich dann ja den ganzen Tag lesen – und würde dafür auch noch bezahlt! Ein Traum!

Ganz so sieht der Lektorenberuf dann doch nicht aus, wie ich ein paar Jahre später herausgefunden habe. Das mit der Tätigkeit als Lektorin hat dann auch nicht geklappt, stattdessen landete ich  in der Presseabteilung und machte schließlich bei einem großen deutschen Publikumsverlag ein Volontariat. Zu diesem Zeitpunkt war ich näher am Verlagsgeschäft dran als je zuvor – und meinem Traum, Autorin zu werden, ferner denn je. Es war einschüchternd, all die guten Autoren zu sehen, die es geschafft hatten, und zu erleben, wie viele unverlangt eingesandte Manuskripte jede Woche bei den Kollegen im Lektorat landeten – und wie wenige davon irgendwann einmal als Buch in den Buchhandlungen standen. Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich nicht mehr, gut genug zu sein, und hatte beschlossen Hobby-Autorin zu bleiben.

 

Wie kam es dazu, dass du „Königreich zu verschenken“, deinen ersten Roman, 2014 übers Self-Publishing rausgebracht hast?

Durch gute Vorsätze und einen kleinen Schubs. Es waren ein paar Jahre seit meinem Volontariat vergangen, inzwischen hatte ich die Branche gewechselt und arbeitete als Online-Redakteurin bei einem französischen Modeunternehmen. Man könnte es vielleicht eine kleine Krise in den Dreißigern nennen, denn um mich herum wurden Familien gegründet und Karrieren verfolgt und ich trat auf der Stelle und war meinem Traum noch keinen Schritt näher gekommen.

Thron, Krone, Schloss und Schild "Königreich zu verschenken"Mittlerweile hatte sich Self-Publishing in Deutschland etabliert und ich dachte: „Warum versuche ich das nicht mal? Was kann es denn schaden?“ Mich direkt an einen Verlag zu wenden, ich hatte ja schließlich die Kontakte, wollte ich zu Beginn noch nicht. Ich wollte erst einmal schauen, wie meine Geschichten überhaupt angenommen werden, und begann anderen Leuten zu erzählen, dass ich schreibe, und hatte bald eine neue Leserin, eine Freundin und Arbeitskollegin, die mich ebenfalls dazu ermunterte, es einfach doch mal zu versuchen.

Also kramte ich „Königreich zu verschenken“, eine royale Komödie, die ich bereits 2003 geschrieben hatte, wieder aus der Schublade und begann mit der Überarbeitung. Mit Fantasy wollte ich irgendwie nicht den Versuchsballon Selbstveröffentlichung steigen lassen, auch waren meine Fantasy-Manuskripte alle um einiges länger als „Königreich zu verschenken“. Und dass ich gerne Schinken mit 700-1000 Seiten lese, heißt ja nicht, dass es der durchschnittliche Leser ebenfalls tut.

Mit der Überarbeitung des Manuskripts war ich im Oktober 2014 fertig. Es dauerte noch ein bisschen, bis ich mich für einen Anbieter entschieden hatte und eine Grafikerin das Cover zum Roman erstellt hatte. Am 15.11.2014 war es dann so weit: Das Manuskript war hochgeladen und erblickte nun das Licht der Öffentlichkeit. Die Buch-Website koenigreich-zu-verschenken.de und meine Autoren-Fanpage auf Facebook folgten am Tag darauf. Und ich war gespannt, wie meine ersten Leser den Roman aufnehmen würden. Denn dies war das erste Mal, dass jemand, der mich nicht kannte, eine meiner Geschichten lesen würde, die Chance, zum allerersten Mal eine unbeeinflusste Lesermeinung zu bekommen.

 

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Wie kam es zu deinem Sieg mit „Die Magie der Namen“ beim Piper Schreibwettbewerb #erzaehlesuns?

Unerwartet. Das trifft es wohl am besten. Denn beinahe hätte ich überhaupt nicht mitgemacht. Ich kam nur durch einen Zufall am 1. November 2014 auf die Homepage des Piper Verlags und sah dort den Banner für den Piper Award #erzaehlesuns auf Wattpad. Ich war sofort Feuer und Flamme und stürzte mich in die Lektüre der Teilnahmebedingungen. Die Ernüchterung folgte schnell: Maximal 140.000 Wörter und Teilnahmeschluss am 14.12.2014 – damit schieden meine bisherigen Geschichten aus, sie waren viel zu lang. Einen Roman in sechs Wochen schreiben und das bei einem Vollzeitjob, während ich gerade mit der Vorbereitung der Veröffentlichung von „Königreich zu verschenken“ voll ausgelastet war? Unmöglich!

Das war der 1. November. Am 2. November kramte ich meine Notizen und Ideen zu „Die Magie der Namen“ von 2008 raus und begann zu schreiben. Am 14. Dezember, eine Stunde vor Teilnahmeschluss, war alles hochgeladen – mit einem schlecht zusammengeschusterten Cover, das ich irgendwie noch auf die Schnelle erstellt hatte und das einfach nicht schön aussah. Dass damit nur wenige Leute meine Geschichte lesen und für mich abstimmen würden, war klar. Mit einer Wild Card vom Verlag und dem Sieg drei Monate später habe ich überhaupt nicht gerechnet. Für mich ist es bereits ein Sieg gewesen, rechtzeitig fertig zu werden und am Wettbewerb teilzunehmen. Alles andere war ein überraschender Bonus.

 

Was machst du, wenn du nicht schreibst?

Als PR-Referentin arbeiten. In meiner Freizeit bin ich im Zweifelsfall beim Lesen. Am liebsten stecke ich dabei meine Nase in einen Fantasyroman. Während meiner Weiterbildung zur Online-Redakteurin 2011 habe ich zudem mit meinem Rezensionsblog nicoles-fantasy.de begonnen und bespreche dort Fantasyromane für alle Altersgruppen. Das bringt mir Spaß und es freut mich, wenn ich Leser für meine Lieblingsbücher begeistern kann.

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Ansonsten bin ich ein kleiner Serienjunkie und mache hin und wieder Film-Marathons, bei denen ich eine neue Staffel in kürzester Zeit durchschaue. Das hilft mir beim Abschalten und Entspannen. Was ich auch noch gerne mache, ist, mich mit Freunden treffen und ins Kino gehen – logisch. Damit ist meine Freizeit auch schon gut ausgefüllt. Wenn ich noch ein bisschen Muße habe, male ich auch gerne. Dabei am liebsten Landschaften in Aquarell, hin und wieder auch in Acryl. Zum Bleistift greife ich eigentlich nur, wenn ich eine Karte für eine meiner neuen Fantasywelten zeichne. Einen Italienischkurs musste ich wegen Zeitmangel abbrechen. Schade. Vielleicht finde ich ja irgendwann die Zeit, ihn fortzusetzen.

 

Was steht als Nächstes bei dir an?

Ich habe natürlich schon die nächsten Schreibprojekte, an denen ich schreibe. Mehr dazu findet ihr in der Rubrik „aktuelle Projekte“.

Aktuell befinde ich mich aber noch in der Lektoratsphase zu „Die Magie der Lüge“, anschließend folgt das Lektorat zu „Murphy“ (Arbeitstitel), meinem zeitgenössischen Fantasy-Schelmenroman, der im Drachenmond Verlag erscheinen wird.

Außerdem erscheint ja am 2. Juni 2017 mein Roman „Die Magie der Namen“ als Taschenbuch-Ausgabe im Piper Verlag, die Frankfurter Buchmesse wirft ihre Schatten voraus, langsam sollte ich mit den Planungen beginnen. 2017 wird ein aufregendes Jahr. 🙂

Was es sonst so Neues bei mir zu Veröffentlichungen, Schreibprojekten, etc. gibt, könnt ihr in meiner Rubrik „Aktuelles“ verfolgen.

 

Das war’s erst einmal von mir. Euch brennt noch eine wichtige Frage unter den Nägeln? Dann schreibt mir doch einen Kommentar. Ich freue mich auf eure Fragen!

5 Kommentare zu “Über mich

  1. Federfarbenfee

    Eine sehr sympathische und inspirierende Vita! 🙂

    Interessant, dass du vor der Verlagssuche auch erst austesten wolltest, wie deine Geschichten bei den Lesern ankommen.

    Mir geht es ähnlich. Daher veröffentliche ich derzeit meinen Erstling – eine Mysterygeschichte – als Blogroman auf meiner Website und bei Wattpad (so bin ich auf dich gestoßen :-)). Jedoch bin ich hin- und hergerissen, ob das der richtige Weg ist. Fertigstellen, lektorieren lassen und als Ebook veröffentlichen, ist auch eine Option, die ich noch nicht ad acta gelegt habe.

    Herzliche Grüße,
    Mary

    1. NicoleGozdek Autor des Beitrags

      Liebe Mary,

      dankeschön für das nette Kompliment. 🙂
      Ja, ich finde diesen Aspekt sehr wichtig, denn erst durch das Feedback von Lesern sieht man seine eigenen Geschichten auch aus Lesersicht. Ich habe viel durch die Kommentare, Fragen und Anmerkungen der Leser gelernt. 🙂
      Heutzutage gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, auch über Plattformen wie Wattpad, wenn man Geschichten schreibt und sie veröffentlichen will. Was jedoch zu einem selbst am besten passt, erfährt man erst, wenn man es ausprobiert hat. Ich wünsche dir daher viel Erfolg für deinen Erstling und dass du den richtigen Weg für dich selbst findest. 🙂
      Liebe Grüße
      Nicole

  2. seththos

    Hallo!

    Ich habe gerade deinen Roman ‚Magie der Namen gelesen‘ und war von der ganzen Geschichte sehr begeistert. Das Cover hat mich übrigens als erstes angesprochen. Gerade weil es recht schlicht aber gleichzeitig auch geheimnisvoll wirkte. Und die Idee der Geschichte hat mich verzaubert. Ich habe das Buch nicht aus der Hand legen können und es – ich musste leider schlafen – an 2 Tagen gelesen. Genauer gesagt: In 8 Stunden.

    Was mich allerdings am Ende traurig gestimmt hat, nachdem ich die Beziehungen zwischen den Tirasan und seinem Beschützer mitverfolgt habe, war, dass seine Liebe auf einmal einfach … weg war. Schade!!! Dabei habe ich die Entwicklöung zwischen den beiden die ganze Zeit aufmerksam verfolgt und mir schon gedacht, dass sie sich verlieben. Und dann das… *sniff*

    Und was passiert nun mit der Schwester? Ich habe mich gefreut, dass er nun doch noch eine Verwandte hat und sie haben ja auch alle drei im Schloss zusammengewohnt. Nebeneinander. Das muss doch was zu bedeuten haben?

    Es gibt noch so ein paar lose Fäden, aus denen sich gut eine zweite Geschichte spinnen lassen würde. Irgendwie kam nach dem ganzen Aufbau des Buches, der langsamen Vorstellung der Hauptcharaktere etc. ein all zu schnelles Ende.

    Daher meine Frage, meine Hoffnung: Wird es eine Fortsetzung geben, in der du die Idee deiner Geschichte und die Figuren aufgreifst und fortführst?

    Ich wäre unermesslich froh, denn ein so schönes Fantasybuch habe ich lange nicht mehr gelesen. Ohne übertriebener Dramatik und dennoch so spannend, dass man es nicht aus der Hand legen kann.

    Ein riesiges Lob und schön, dass du dich getraut hast, es einzusenden!

    Liebe Grüße

    seththos

    1. NicoleGozdek Autor des Beitrags

      Hallo Seththos,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar und das Lob. Es freut mich, dass du begeistert bist und das Buch verschlungen hast.

      Ja, du hast Recht, es gibt noch ein paar lose Fäden, die auch mich nicht losgelassen haben. Daher gibt es gute Neuigkeiten: Die Fortsetzung ist schon in Planung. Der Arbeitstitel lautet momentan „Die gestohlene Wirklichkeit“ und ich freue mich sehr, dass auch der 2. Band wieder im Piper Verlag erscheinen wird.

      Was in der 2. Band passieren wird, hm, nun ja, ein paar Infos gibt es schon. Schau mal hier: Fortsetzung zu „Die Magie der Namen“ – Die gestohlene Wirklichkeit“/

      Liebe Grüße

      Nicole

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